Erfolgreicher Abschluss mit Senatorin

Nach über zwei Jahren erfolgreicher intensiver Arbeit präsentierten die Partner des Projektes „Vernetztes Wohnen im Quartier“ am 16. Oktober 2014 ihre Ergebnisse bei einer gut besuchten Abschlussveranstaltung, zu der die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz eingeladen hatte. Vor rund 80 Teilnehmern aus der Hamburger Gesundheitswirtschaft, der Wohnungswirtschaft, der Pflegebranche, sowie Vertretern der Seniorenbeiräte und der Hamburger Medien erklärte die Hamburger Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Cornelia Prüfer-Storcks, dass die in dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse wichtige Impulse für den Wohnungsbau und die Quartiersentwicklung in Hamburg geben würden.

Die Musterwohnung, die während des Projektes am Standort Uhlenhorst von PFLEGEN & WOHNEN entstanden ist, böte nun eine gute Ausgangsbasis, um technische Assistenzsysteme und die Vernetzung anhand einer internetbasierten Kommunikationsplattform längerfristig zu testen und weiterzuentwickeln. In diesem Sinne markiere die Veranstaltung nicht nur einen Projektabschluss, sondern auch einen Auftakt für die weitere Erprobung der Musterwohnung.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe besucht Projektstand bei der eHealth Konferenz in Hamburg.

Das Projekt „Vernetztes Wohnen im Quartier“ präsentierte sich am 17. und 18. Juni im Rahmen der eHealth Conference 2014 in Hamburg einem interessierten Fachpublikum. Am Stand des Projektes wurde unter anderem der neue Film zum Projekt gezeigt. Vertreter der Projektpartner führten zahlreiche Gespräche mit Fachleuten aus dem In- und Ausland. Dabei wurden Kontakte zu Projekten aus Dänemark und Norwegen geknüpft. Im Rahmen seines Besuches der eHealth Conference besuchte auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den Ausstellungsstand des Projektes. Er wurde dabei von Hamburgs Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz Cornelia Prüfer-Storcks begleitet. Beide Politiker begrüßten den besonderen Ansatz des Projektes, technische Hilfssysteme mit menschlichen Dienstleistungen und nachbarschaftlicher Unterstützung zu verknüpfen. Ein wesentliches Ziel der eHealth Conference 2014 ist es, verstärkt die Erwartungen von Verbrauchern an eHealth-unterstützte Versorgungsprozesse einzubeziehen. Dafür bot das Projekt „Vernetztes Wohnen im Quartier“, in dem Testbewohner eine Musterwohnung bewohnten, ein hervorragendes Beispiel.

Foto (v.l.): Dr. Bernd Hillebrandt (Geschäftsführer Gesundheitswirtschaft Hamburg), Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Bundesminister Hermann Gröhe 

Nutzerwochen mit Testpersonen durchgeführt

Der Schwerpunkt der Evaluation im VWiQ-Projekt liegt in der Auswertung der Nutzersicht, insbesondere der tatsächlichen Nutzung der angebotenen Techniken sowie Dienstleistungen und der Ermittlung der Gründe für die Nicht-Nutzung.

Daher wurden im Mai und Juni 2014 in der Musterwohnung Nutzungswochen mit Testbewohnern durchgeführt. Sie wurden in die technische Ausstattung der Wohnung eingeführt und anhand von nachgespielten Alltagssituationen wie „aufstehen und frühstücken“ oder Essensbestellungen wurde die Technik- und Dienstleistungsnutzung evaluiert. Hierfür hatten die Testbewohner eine Aufgabenliste zu erledigen, während die Testleitung und die Protokollanten die Reaktionen und Anmerkungen festhielten.

Zentrale Fragestellungen dabei waren:

  • Welche Assistenzsysteme wurden genutzt, bzw. nicht genutzt?
  • Warum wurden Assistenzsysteme genutzt, bzw. nicht genutzt?
  • Welche Anpassungen sind notwendig, um die Akzeptanz, nicht genutzter Assistenzsysteme zu erhöhen?
  • Welche ergänzenden Dienstleistungen sind notwendig, um ein höchstmögliches Maß an Selbständigkeit zu erreichen, bzw. zu erhalten? 
  • Welche Serviceleistungen werden zur Erhöhung der Wohnqualität gewünscht?

Testpersonen und Erprobungsphasen

Als Testpersonen standen in der ersten Phase projektbeteiligte Studenten zur Verfügung, um alle technischen Komponenten der Musterwohnung zu testen und mögliche Softwarefehler ausfindig zu machen. In der zweiten Phase testeten ausgewählte Probanden unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Lebensumständen je halbtags selektierte Bereiche der Wohnungseinrichtung und der Kommunikationsplattform. Anfang Juni fand schließlich eine einwöchige Nutzung statt, bei der vier Probanden (nacheinander) erstmals auch über Nacht in der Wohnung blieben, um so eine intensivere Nutzung der Wohnung und Plattform zu ermöglichen. Hier konnte erstmals auch die Inanspruchnahme der angebundenen Dienstleistungen erprobt werden.

Erste Ergebnisse

Eine ausführliche Bewertung der Ergebnisse kann erst im Abschluss der Evaluation erfolgen. Zum aktuellen Zeitpunkt lassen sich folgende Tendenzaussagen treffen:

  • Die Lebenssituationen der Probanden sind sehr vielfältig, auch bei ähnlichen Einschränkungen. Daher kann es keine Standardlösung geben. Die Modularität des Konzeptes zeigt sich als notwendig, um so jedem einzelnen eine individuelle Zusammenstellung und Einstellungen zu ermöglichen.
  • Menschen unterscheiden zwischen ihrem Quartier und der direkten Nachbarschaft und wünschen sich unterschiedliche Funktionen für diese Bereiche. Die Bereitschaft zur Preisgabe persönlicher Informationen ist im engeren Umfeld höher.
  • Die generelle Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe ist in der Regel gegeben, allerdings stellen dauerhafte Verpflichtungen hierbei ein Hindernis dar. 
  • Komponenten ohne Stigmatisierungscharakter, wie z.B. die Schlüsselerinnerung, werden von nahezu allen Probanden als positiv und wünschenswert eingestuft. 
  •  Es wird empfohlen, Komponenten so früh wie möglich in den Lebensalltag zu integrieren, um auch im Alter möglichst lange mit diesen zurecht zu kommen.
 
 

Erfolgreicher Abschluss mit Senatorin

Nach zwei Jahren erfolgreicher Arbeit präsentierten die Partner des Projektes „Vernetztes Wohnen im Quartier“ am 16. Oktober 2014 ihre Ergebnisse bei einer gut besuchten Abschlussveranstaltung mehr

Film über das Projekt



Infobroschüre zum Projektabschluss

Wer sich einen schnellen Überblick über die Projektergebnisse verschaffen möchte, kann dies anhand der Infobroschüre zum Projektabschluss tun.